The Man Who Bought London (1915) ✔️

Der Protagonist King Kerry1 kauft im Auftrag einen Syndikates Teile des inneren Londons auf und ist bei seinen Methoden nicht sonderlich zimperlich. Des Weiteren gibt es mehrere Sub-Plots, darunter zwei romantische und einem mit einem massiven Plot-Twist

Kommentar

Es zweigt sich hier Der Zweck heiligt die Mittel. Das Ziel/die Idee von King Kerry ist durchaus gut gemeint, die Methoden jedoch sind es nicht: Sei es dass er mittels Dumping-Preisen in einem neuerworbenen Geschäft die Konkurrenz, deren Immobilien er erwerben will, mittels Dumping-Preisen ruiniert und so billig aufkaufen kann, sei es dass er eine Zeitung, die ihm nicht wohlwollend ist, aufkauft um sie zu seinem Sprachrohr zu machen, neben der Tatsache dass der Trust, dem er vorsteht, selbst problematisch ist, es wird explizit darauf hingewiesen dass in den USA dies durch den Sherman-Act illegal sei. Ansonsten ganz spannend, wenn auch ab und zu viel Zufall/Glück/Deus ex Machina vorkommt und der massive Plot-Twist eher unglaubwürdig ist.

The Secret House (1917) ✔️

Dies ist ein etwas eigenartiger Roman. Zum einen ist er etwas anachronistisch erzählt, es werden Charaktere referenziert, die erst später überhaupt eingeführt werden, zum anderen ist sehr schnell klar wer der Erpresser, der am Anfang des Romans sich noch tarnt, tatsächlich ist. Ebenso wird dessen komplexer Plan schon vergleichsweise früh von der Polizei aufgedeckt. Das namensgebende Haus selbst wird auch vergleichsweise spät vorgestellt und ist dann der eigentliche Star des Romans ungefähr ab der zweiten Hälfte.

The Clue of the Twisted Candle (1918)✔️

Direkt nach The Secret House hat Wallace erneut einen Charakter mit den Initialen „T. X.“2 erschaffen, wieder bei der Polizei, allerdings ein anderer Nachname (Meredith statt Smith).

Das titelgebende Verbrechen/Mystery findet erst zur Hälfte des Romans statt, vorher ist das alles mehr oder weniger Einführung und Beschreibung des Opfers.

The Man Who Knew (1918) ✔️

Eine der besseren Wallace-Romane: Er spielt ein wenig mir den Erwartungen der Leser bzw. mit gewissen Klischees, die in Wallace-Romanen oft vorkommen um den Leser dann am Ende zu überraschen. Der Titel hat doppelte Bedeutung, die zweite Bedeutung ist erst am Ende klar.

The Green Rust (1919) ✔️

Ein eher unübliches Werk von Edgar Wallace: Es geht hier nicht um ein klassisches Verbrechen/Mystery (wer hat xyz getötet und wie) sondern das hat eher mit einem James-Bond-Superschurken-Plot Ähnlichkeit.

The Daffodil Mystery (1920) ✔️

Ein typischer Mystery von Wallace inklusive der schon fast obligatorischen Liebesgeschichte zwischen dem Protagonisten und einer Verdächtigen. Nicht sonderlich gut, die Tat um die es geht enthält eine Reihe an Zufällen die nicht sonderlich plausibel sind, zum anderen ist das eine typische Geschichte mit gespickten Rassismus, konkret gegenüber Chinesen:

Eine der Hauptfiguren ist ein Chinese, quasi ein Diener des Ermittlers. Obwohl er ihm quasi ebenbürtig ist soll er nicht alleine die Wohnung verlassen, nennt ihn “Master” und geradezu schmerzhaft ist die klischeehafte Sprache:

Cite

“Because I have asked,” said the Chinaman simply. “Many people know the little-young-woman at the great Stores where the white-faced man lived, and they all say that she does not drive the quick cart.”

Das erzeugt beim Lesen Schmerzen, obwohl - wie sich herausstellt - er perfektes, praktisch akzentfreies Englisch sprechen kann kann er den Namen „Rider“ nicht aussprechen („Lider“) usw. Typischer Rassismus von Wallace mit impliziter Überlegenheit der „weißen Rasse“ gegenüber der „gelben Rasse“.

Jack O’Judgment (1920) ✔️

Dieser Roman handelt - nicht untypisch für Wallace - um Selbstjustiz und Rache. Er ist allerdings sehr unterhaltsam, schon alleine aus reiner Schadenfreude wie der Titelcharakter - Jack O’Judgment - eine skrupellose Erpresserbande ruiniert 😁

The Angel of Terror (1922) ✔️

Ein eher durchschnittlicher Roman von Wallace. Und auch ein wenig unglaubwürdig: Die ganze Geschichte basiert darauf, dass die Täterin (besagtes „Angel of Terror“) so schön und unschuldig aussieht, dass niemand ihr etwas Böses zutraut, selbst das potentielle Opfer nicht, das vor ihr gewarnt wird. Selbst Scotland Yard kann nicht glauben dass jemand mit so einem Gesicht böse sein könne. Das halte ich für extrem klischeehaft und unglaubwürdig.

The Crimson Circle (1922) ✔️

Auch wenn die Wendungen für mich nicht allzu überraschend waren, ist das einer der besseren Romane von Wallace. Recht spannend zu lesen, relativ intelligent und mit einer starken Frau.

Mr. Justice Maxell (1922) ✔️

Einer der schlechtesten Romane von Wallace:

  • Drei der Protagonisten (Cartwright, Maxell, Sadie) sind alles andere als sympathisch/positive Charaktere, wobei der erste (Cartwright) der sympathischste der dreien ist
  • Das eigentliche Mystery/Verbrechen findet erst nach einer recht langen Vorlaufszeit in der zweiten Hälfte des Romans statt
  • Das Ende ist auch sehr enttäuschend, eine der Wendungen unglaubwürdig
  • Teilweise basieren so einige Ereignisse auf reinem Glück, und besonders der Vorfall im Spielcasino in Monte Carlo ist extrem unglaubwürdig/unwahrscheinlich.
  • Eine der Charaktere (einer durchaus positiven) benutzt den extrem rassistischen Begriff „coon“

The Valley of Ghosts (1922) ✔️

An sich ein sehr interessantes Mystery, es ist lange Zeit nicht klar wer der Täter ist, was das Motiv ist, und verdächtige Personen gibt es auch mehr als genug, die ein potentielles Motiv haben.

Leider verdirbt das Ende/die Aufklärung das ganze ein wenig: Es kommen Informationen ans Licht, die es vorher nicht gab und auch nicht angedeutet werden. Zum allen Überfluss kommen besagte Informationen durch mehrere reine Zufälle ans Tageslicht, ohne besagte Zufälle würde das Rätsel nicht gelöst.

The Clue of the New Pin (1923) ✔️

Wer der Mörder war, war mir recht schnell klar, zumal dann auch mehr als genügend Hinweise kamen. Das interessante daran war herauszufinden, wie der Mord begangen wurde - es handelte sich hier um ein klassisches Rätsel um einen verschlossenen Raum. Die Lösung war interessant und durchaus plausibel.

The Green Archer (1923) ✔️

Ein etwas seltsamer Roman. Nach etwa 50% dachte ich dass der Roman nun ein Ende hat, weil die meisten Geheimnisse gelüftet waren, bis auf die Identität des grünen Bogenschützen. Diese wurde erst am Ende aufgeklärt, und natürlich fehlten dem Leser wichtige Informationen.

The Dark Eyes of London (1924) ✔️

Der Roman ist an sich spannend und interessant, die letzten 20% oder so dagegen sind komplett unglaubwürdig und vergällen den Roman ein wenig. Dennoch einer der besseren Romane von Wallace.

The Face in the Night (1924) ✔️

An sich ein recht interessanter Roman mit mehreren überraschenden Wendungen, gehört durchaus zu einem der besseren Romane, hat teilweise etwas von Aschenputtel und der bösen Stiefschwester. Allerdings ist eine der Sachen etwas ausgelutscht und damit ermüdend:

The Sinister Man (1924)

The Avenger (1925)

The Blue Hand (1925)

The Ringer (1926)

The Door with Seven Locks (1926)

The Square Emerald (1926)

The Black (1926)

The Yellow Snake (1926)

Big Foot (1927)

Flat 2 (1927)

The Forger (1927)

The Flying Squad (1928)

The Gunner (1928)

Again the Ringer (1929)

The Calendar (1930)

The Clue of the Silver Key (1930)

The Devil Man (1931)

The Man at the Carlton (1931)

The Frightened Lady (1933)

Footnotes

  1. Edgar Wallace Vorliebe von eigenwilligen Namen 🙄

  2. Wenigstens löst Wallace das hier auf: Thomas Xavier